Die Impfstrategie und deren Umsetzung im Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland

Vorbemerkung

Das Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland ist wie alle anderen stationären und ambulanten Kinderhospize von der Corona-Pandemie betroffen. Da unsere Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahre aufgrund der Impfstoffzulassung nicht geimpft werden können, war es uns von Anfang an wichtig, einen „Schutzwall“ um sie herum aufzubauen, um diese besonderen Kinder und Jugendliche passiv zu schützen und damit die Arbeit des Hauses auch in der Pandemie gewährleisten zu können.

Wir haben seit Beginn der Pandemie den Anspruch auf eine größtmögliche Normalität und durchgehende Öffnung des Hauses gesetzt, um unseren Familien in dieser für sie sehr belastenden Situation ein Maximum an Entlastung zu bieten. Alle Eltern nebst Geschwisterkindern werden (unter strengen Hygienemaßnahmen) weiter aufgenommen und können sämtliche Leistungen in vollem Umfang nutzen. Das konnten im vergangenen Jahr nicht alle Einrichtungen durchgehend gewährleisten.

Die Arbeit des Kinder- und Jugendhospizes Regenbogenland wird von den Hauptamtlichen (insbesondere in der Pflege) und seit der Gründung des Hauses zum erheblichen Teil auch von den ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet. Das Regenbogenland ist wie alle anderen Kinderhospize aus einer Ehrenamtsbewegung entstanden und wird nach wie vor zu einem großen Teil von Spenden aus der Bürgerschaft finanziert, die der ehrenamtlich tägige Förderverein akquiriert. Auch baulich ist das Haus so gestaltet, dass unsere Gäste/Familien, Pflege- und Betreuungspersonal, Administration und die Ehrenamtlichen sich überall begegnen und Kontakte zu Eltern, Geschwistern, Kindern und Jugendlichen jederzeit auch spontan möglich sind. Deshalb gibt es keine strikte Trennung in Hauptamtliche und Ehrenamtliche sowohl inhaltlich als auch räumlich im Kinder- und Jugendhospiz.

Impfstrategie

Seit der Bekanntgabe der ersten Zulassung des Impfstoffs gegen Covid-19 haben sich der Vorstand des Fördervereins und die Geschäftsführung intensiv mit der Impfstrategie beschäftigt.

Beide Gremien befürworten einstimmig die Impfung aller Mitarbeiter, die für das Haus tätig sind. Das Angebot der Impfung ist freiwillig und basiert auf den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) des Bundes und der Impfstrategie des Landes NRW. Der Vorstand und die Geschäftsführung werben aktiv für die Impfung. Ansprechpartner im Regenbogenland ist Christian Wiesner (Geschäftsführer/Pflegedienstleiter)

Eine sehr enge Abstimmung der Impfstrategie mit dem Impfzentrum NRW/Düsseldorf und der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein ist Voraussetzung für den erfolgreichen Ablaufplan der Impfstrategie inkl. Dokumentation.

Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen mit lebensverkürzenden Erkrankungen in die Impfstrategie des Landes bzw. des Bundes

Z.Z. sind unsere jugendlichen Gäste ab 16 Jahren noch nicht für die erste Impfgruppe vorgesehen. Es ist aber die klare Haltung unseres Hauses – im Einklang mit der Einschätzung anderer Kinder- und Jugendhospize – dass wir uns bei den Verantwortlichen im Land dafür einsetzen, unsere Jugendlichen ab 16 für die erste Gruppe zu priorisieren. Hierzu hat sich der Vorstand in einem Brief an den NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gewandt und ist bereits im Gespräch mit dem NRW-Gesundheitsministerium. Unser Ziel ist es, die Impfberechtigung für unsere jugendlichen Gäste ab 16 Jahre zu erreichen. Wir sind als Kinder- und Jugendhospiz bereit, einen zentralen Impftermin für die berechtigten Jugendlichen bei uns im Hause zu organisieren. Alternativ könnten die berechtigten Familien nach der grundsätzlichen Entscheidung des Landes einen Impftermin vor Ort beantragen. 

Umsetzung der Impfung

Nach der ersten Kontaktaufnahme des mobilen Impfzentrums haben die Geschäftsführung und der Vorstand des Fördervereins eine konsolidierte Liste aller Hauptamtlichen sowie Ehrenamtlichen und Personen mit der notwendigen Präsenz im Haus erstellt. Hinzu zählen z.B. auch eine Physiotherapeutin und eine Musiktherapeutin, die regelmäßig ins Haus kommen. Die Liste wurde entsprechend der Impfstrategie klar priorisiert – von der Nähe zu den Kindern und Jugendlichen abwärts. Mitarbeiterinnen in Elternzeit, die Berufsverbot haben oder Aushilfen, die erst in den nächsten Monaten oder Jahren wieder zum Einsatz kommen, wurden proaktiv ausgeschlossen. Gleiches gilt für die Ehrenamtlichen, die aktuell nicht ins Haus kommen.

Es war von Anfang an ein klares, gemeinsames Verständnis: es soll entsprechend dieser Prioritätsliste geimpft werden.

Höchste Impfpriorität – Gruppe 1
(nur diese kann sich derzeit impfen lassen)

  • Über 80-Jährige
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen behandelt, betreut, gepflegt werden oder tätig sind,
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit hohem Expositionsrisiko wie Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, Corona-Impfzentren und in Bereichen mit infektionsrelevanten Tätigkeiten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen, die Menschen mit einem hohen Risiko behandeln, betreuen oder pflegen (vor allem Hämato-Onkologie und Transplantationsmedizin).

Ableitend aus dieser Definition hat das Regenbogenland alle, die beruflich mit dieser vulnerablen Patientengruppe zu tun haben und die mit ihr in Kontakt kommen können, in Absprache mit dem Impfzentrum, in die Impfliste aufgenommen. Als die Zusage des Impfzentrums für alle gemeldeten Mitarbeiter*innen kam, wurde die Reihenfolge der Impfung nach der internen Impfstrategie festgelegt, wonach z.B. der ehrenamtliche Vorstand im Anschluss an alle anderen Mitarbeiter*innen geimpft werden sollte.

Nach kurzfristiger Absage einer gemeldeten Mitarbeiterin wurde gemeinsam verabredet, den Vater eines erkrankten Jugendlichen, der seit Jahren ins Regenbogenland kommt und dessen Mutter ehrenamtlich im Vorstand aktiv ist und damit auf der Impfliste stand, auf die Reserveliste zu setzen, damit zumindest in einer Familie das Ansteckungsrisiko für das erkrankte Kind durch die Immunisierung von beiden Eltern minimiert wird. Eine weitere freie Impfdosis konnte in Absprache mit dem Impfzentrum von der städtischen Einrichtung abgeholt werden.


Die Impfbereitschaft innerhalb des Hauses von 87 Prozent werten die Geschäftsführung und der Vorstand als einen wichtigen Erfolg und bedanken sich bei allen Mitarbeiter*innen.

Die Durchführung des 1. Impftermins am 30.01.2021 verlief reibungslos. Unser großer Dank gilt sowohl dem mobilen Impfteam als auch den Mitarbeiter*innen des Regenbogenlandes, die an dem Tag mit großem Engagement unterstützt haben. Die erste Abfrage bei den Mitarbeiter*innen ergab, dass die Impfung überwiegend gut vertragen wurde. Teilweise berichteten einige über impftypische Reaktionen wie z.B. Schmerzen an der Punktionsstelle oder leichtes Unwohlsein. Der 2. Impftermin ist für den 20.02. mündlich avisiert.

Für den Förderverein Kinder- und Jugendhospiz Düsseldorf e.V.         

Norbert D. Hüsson

Für die Geschäftsführung Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland gGmbH

Christian Wiesner