22. Oktober 2014

Hilfe für lebensverkürzend erkrankte Kinder

Als Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland beziehen wir zum Thema Sterbehilfe klar Stellung. Lesen Sie dazu unseren offiziellen Standpunkt.

„Wir als Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland in Düsseldorf bemühen uns seit 10 Jahren darum, die Tage der erkrankten Kinder, die ihnen noch bleiben, so schön wie möglich zu gestalten, ihnen Schmerzfreiheit und ein Lächeln zu schenken.

Als palliative Einrichtung lehnen wir strikt jegliche Form von Sterbehilfe ab. Wir wollen unsere Kinder glücklicher machen, indem wir ihnen Liebe und Zuwendung geben. Wir stärken die Familien und können damit den Eltern die Kraft geben, ihr Kind bis zum Schluss zu begleiten. Darüber hinaus sind für uns fürsorgliche, hochprofessionelle pflegerische und ärztliche Versorgung, begleitet von einer individuellen Schmerztherapie, selbstverständlich.

Wir sind dafür, das Netz an palliativen Einrichtungen für Kinder in Deutschland zu erweitern und die Unterstützung durch die Krankenkassen auszubauen. Wichtiger Bestandteil ist dabei vor allem auch die Ausbildung eines fachlich qualifizierten Personals.

Es gibt in Deutschland über 20.000 Kinder mit einer lebenslimitierenden Krankheit und 12 stationäre Kinderhospize. 5.000 Kinder sterben jedes Jahr. Wir sollten nicht darüber diskutieren, wie wir das Leben beenden, sondern wie wir die verbleibende Lebenszeit, gerade für Kinder, noch lebenswert gestalten können. Symptome sollten gelindert und Sinne angesprochen, Wahrnehmung gefördert werden. Wir sehen, dass die Kinder und Jugendlichen um jedes bisschen selbstbestimmtes Leben kämpfen, sich beispielsweise darüber freuen, einen Computer durch Blickkontakt bedienen zu können.

In unserer täglichen Arbeit erleben wir hautnah, wie die durch die Krankheit in Kommunikation und Motorik stark eingeschränkten Kinder, in intensiver und liebevoller Fürsorge plötzlich ein kleines Lachen wieder finden. Das zeigt uns, wie viel Lebenswille vorhanden ist. Es geht uns nicht darum, schmerzvoll den Sterbeprozess zu verlängern, womöglich Leiden zu verursachen. Es geht uns darum, Leben zu schützen und zu erhalten. Für die Kinder und ihre Angehörigen möchten wir höchstmögliche Lebensqualität bis zum allerletzten Tag erreichen.

Das Recht auf ein kinderwürdiges Sterben ist uns wichtig. Deutschland wie auch Belgien gehören zu den ersten Unterzeichnern der UN-Kinderrechtskonvention. Wir haben uns damit verpflichtet, Kinder zu schützen und ihnen ein eigenständiges Recht auf Leben zu gewähren.“

Den Originalwortlaut unseres Standpunktes zum Thema Sterbehilfe können Sie hier als PDF herunterladen.